Exorzismus – So läuft es heute ab

Zwei katholische Priester versuchten im Jahr 1976 einen Dämon aus der damals 23 Jahre alten Anneliese Michel durch einen Exorzismus zu vertreiben. Anneliese starb dabei an Unterernährung, da die zwei Priester in ihrem Wahn, den Dämon austreiben zu wollen völlig vergessen haben, dass Anneliese Nahrung benötigt und somit geriet dieser Exorzismus in die Schlagzeilen.  

Von jedem Bischof erwartet der Vatikan normalerweise, dass diese einen Priester zum Exorzisten benennt, was jedoch kaum noch ein Bischof in Deutschland macht, wahrscheinlich aus Angst, dass neue Skandale aufkommen könnten. Der Fall vom Anneliese Michel–Skandal scheint wohl noch heute der Auslöser dafür zu sein – So sagt es Ansgar Wucherpfennig, der Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt lehrt. 

Christliche Gruppen wie die Pfingstler-Bewegung übernehmen mittlerweile die sogenannten Exorzismen, nur mit den Unterschieden, dass sie es Teufelsaustreibung nennen, und dass diejenigen, die glauben besessen zu sein, den Dämon nicht mehr ausgetrieben bekommen, sondern an einem Befreiungsdienst teil nehmen. Dabei wird der angebliche Dämon aufgefordert, den Menschen, der von ihm geplagt wird zu verlassen, und schon sei der Mensch von dem Dämon befreit. Dies scheint eine einfache Lösung zu sein, doch stellt sich die Frage, ob dies wirklich so funktioniert oder nur als eine Geldeinnahmequelle dient.  

Immer wieder trifft Annette Kick, die für Weltanschauungsfragen in der Landeskirche Württemberg zuständig ist auf Menschen, die an solchen Befreiungsdiensten teilgenommen haben, dass sind dann diese, die sich nach diesem Befreiungsdienst manipuliert fühlen. Kick vertritt die Meinung, dass diese Menschen erkennen müssen, dass eine Suchterkrankung durch eine Befreiung von Dämonen nicht verschwunden sind.

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